Wasser und Dünger

Kakteen brauchen Wasser

Immer wieder hört man, dass Kakteen kein oder fast kein Wasser benötigen. Das ist grundlegend falsch! Kakteen sind sukkulente Pflanzen, haben also in ihrem Pflanzenkörper viel Wasser gespeichert. Wie sollten sie dies aber, wenn kein Wasser zugeführt wird?

In der Wachstumszeit ist eine richtige Bewässerung unbedingt notwendig, ohne Wasser gibt es kein Leben. Doch Wasser ist nicht gleich Wasser. Nahezu alle Pflanzen benötigen weiches, d. h. kalkfreies Wasser. Sauberes Regenwasser ist das beste, sauber ist Regenwasser erst nach länger andauernden Regen, wenn der Schmutz aus der Luft ausgewaschen ist. Wasser von Gewitterregen ist immer sehr schmutzig.

Man kann hartes Leitungswasser auch entkalken, längeres Abstehenlassen hilft aber nichts. Zum Entkalken sind Chemikalien notwendig, die den Kalk binden und ausscheiden (Oxalsäure, giftig!). Zugabe von verdünnter Salpetersäure, Phosphorsäure oder Zitronensäure helfen das Gießwasser leicht sauer (PH 5 bis 6) zu machen.

Das Gießen der Pflanzen ist vom Wachstum und der Temperatur abhängig. In der Ruhezeit der Pflanzen wird nicht oder nur sehr sparsam bewässert (Epiphyten). Steigt die Temperatur im Frühjahr über ca. 15° C an, beginnen die Pflanzen zu wachsen und brauchen Wasser. Bei Knospenansatz ist Vorsicht geboten, bei zu viel Feuchtigkeit werden noch kleine Knospen oft abgeworfen oder zu Trieben umgewandelt. Das Gießwasser sollte niemals kalt sein, leicht vorgewärmt erhalten die Pflanzen keinen Schock. Feuchtigkeit und Wärme bringen Kakteen zum Wachsen, große Hitze (über 35° C) zwingt viele Kakteen zur Sommerruhe. Erst im Herbst erfolgt ein neuerlicher Wachtumsschub, manche Arten blühen auch erst im Herbst (z.B. Ariocarpen). Bei einer größeren Kakteensammlung, bei der die Pflanzen einzeln in Töpfen stehen, erfordert das Gießen schon ziemlich viel Zeit. Man sollte nicht mit der Brause über alle Pflanzen darübergießen, bei bewollten Scheiteln besteht Fäulnisgefahr, besonders bei trübem oder kühlem Wetter, wenn ein schnelles Abtrocknen nicht gegeben ist.

Vielfach werden die einzelnen Töpfe auch in Wannen gestellt, und diese mit Wasser gefüllt (Anstau-Bewässerung). Nachdem das Substrat in den Töpfen Wasser angesaugt hat, wird das überschüssige Wasser wieder abgelassen. Eine Öffnung mit Stoppel im Wannenboden ist dabei erforderlich.

Hydrokultur eignet sich für Kakteen nicht, ist auch gänzlich unnatürlich. Dabei bilden sich nur sehr schwache Wurzeln aus, die bei einem eventuellen Umsetzen in Substrat brechen und faulen.

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Unbedingt vermeiden sollte man, Kakteen täglich "ein wenig zu gießen", die Pflanzen können in größeren Abständen (1-2 Wochen), dann aber gründlicher, gegossen werden.

Entscheidend für diese Frage ist immer die vorliegende Witterung, das verwendete Substrat und die betroffene Kakteengattung. Bei der Frage, ob überhaupt gegossen werden muß, darf man nicht nur oberflächlich die Erde betrachten, denn meist ist nur die Oberfläche des Substrates aufgetrocknet, der Pflanztopf aber noch ausreichend feucht. Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl für den richtigen Gießzeitabstand, bei kleineren Töpfen empfiehlt sich die Gewichtsprobe. Man gießt die Pflanze ausreichend, hebt danach den Topf auf, und bekommt so einen Eindruck über das Gewicht einer gegossenen Pflanze. Fühlt sich bei einem späteren Versuch, der gleiche Topf wesentlich leichter an, kann davon ausgegangen werden, das das gesamte Substrat zurückgetrocknet ist.


Im Allgemeinen kann man feststellen, daß eine gleichmäßige leichte Bodenfeuchtigkeit in der Tiefe während der Wachstumsperiode den meisten Kakteen sehr gut bekommt. Bei Epiphyten (Blattkakteen) sollte man die Erde niemals ganz austrocknen lassen.
Als Gießzeitpunkt wählt man im Sommer den Abend, im Frühjahr und Herbst jedoch besser den Morgen.

 

Düngen von Kakteen

Auch Kakteen benötigen Nahrung für ihr Gedeihen. Da nicht alle Nährstoffe in ausreichender Menge und geeigneter Form zur Verfügung stehen, muss man Kakteen düngen. Im Handel gibt es verschiedenste Dünger, Kakteen benötigen solche mit wenig Stickstoff, dafür mehr Kalium und Phosphor. Stickstoff sorgt bei Pflanzen für starkes Wachstum, das Körpergewebe wird weich, die Pflanzen werden mastig, und können sogar aufplatzen. Die Dornen der Pflanzen werden nur schwach ausgebildet. Phosphor und Kalium hingegen sorgen für widerstandsfähige Kakteen, starke Bedornung und Blühwilligkeit, wobei diese auch sehr von der Überwinterungstemperatur abhängig ist.

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