Allgemeines zu Kakteensubstraten

In den Gebieten, in denen Kakteen wachsen, gibt es praktisch keine Erde, Humus ist nur vereinzelt in sehr geringen Mengen vorhanden. Die Böden bestehen größtenteils aus verwittertem Gestein (Granit, Schiefer, Gips, teils auch Kalk, Quarzsand). Dieses „Substrat" ist reich an Nährstoffen und Mineralien und sehr wasserdurchlässig, durch das versickernde Wasser wird Luft zu den Wurzeln nachgesaugt. Um diese Bodenbeschaffenheit nachzumachen, verwenden Kakteenzüchter Mischungen aus bei uns erhältlichen Bestandteilen.

Humus: Mehrere Jahre abgelagerte Mistbeet- und Lauberde. Sie muss krümelig sein und darf keine noch nicht verrotteten Bestandteile enthalten (Fäulnis)
Lehm: Dieser darf nicht kleben, muss also sandig sein.
Torfmull: Hat die Fähigkeit, Nährstoffe zu speichern, seine saure Reaktion ist für Kakteen günstig.
Sand: Nur grobkörniger kalkfreier Sand (Quarzsand) eignet sich für Kakteen. Staubfeine Bestandteile müssen ausgewaschen sein. Kalkhaltiger Sand (Maurersand) ist unbrauchbar.
Eine Mischung dieser Bestandteile ist die so genannte Einheitserde, die es zu kaufen gibt. Meist ist aber zu viel Torfmull enthalten, daher ist es günstig, noch Sand zuzusetzen.

Besondere Anforderungen an Kakteensubstrate

Bei der Verwendung von handelsüblichen Kultursubstraten sind einige, für das optimale Pflanzenwachstum erforderliche, Punkte zu beachten.

Ein speziell auf unsere Pflanzen abgestimmtes Substrat hilft ihnen, die durch die von ihren Heimatgebieten abweichenden Klimaverhältnisse in unseren Breitegraden bedingte, erhöhte Anfälligkeit gegen Erkrankungen, abzuschwächen. Dazu verwendet man vergleichsweise sterile, luftdurchlässige Substratbestandteile, wie Quarzsand, Perlite, Lavalit oder ähnlichem.

Wichtig für unsere Kakteen ist der erforderliche pH-Wert (5-6) und eine geeignete Humusverträglichkeit. Viele unserer Gewächse wollen ein schwach saures, humusarmes Substrat. Höhere Humusbestandteile erfordern Substarte für Epiphyten!

Das Wurzelsystem der Pflanzen kann als erster Hinweis für das zu verwendende Substrat benutzt werden, Rübenwurzler benötigen immer humusarme Substrate!

 

Um ein gutes mineralisches Basis-Substrat zu erhalten verwendet man:

Lavagrus (Lavalit), ein poröses vulkanisches Material, das viel Wasser speichert, gemischt mit
Bimskies, ebenfalls vulkanischer Herkunft. Auch dieser speichert viel Wasser, reagiert leicht sauer und hat geringes Gewicht.
Lavalit und Bimskies sollten eine Körnung von 3 bis 5 mm haben, für größere Pflanzen in größeren Töpfen auch gröber.
Die Luftdurchlässigkeit des Substrats kann durch verschiedene Zusatzstoffe noch gesteigert werden. So z. B. Styromull, ein Kunststoff, der nicht verwittert und kein Wasser aufnimmt. Hygromull speichert Wasser und wird langsam abgebaut, wobei Stickstoff freigesetzt wird. Da aber Kakteen wenig Stickstoff benötigen, ist Hygromull für diese nicht sehr zu empfehlen, wohl aber für Epiphyten (Phyllokakteen…).
Vermiculit zerfällt zu einem dichten Schlamm, Kakteenwurzeln werden zerstört. Eignet sich daher für Kakteen nicht. Besonders empfehlenswert ist Perlite, ein natürliches Material, das bei Hitze aufgeblasen wurde. Es speichert sehr viel Wasser und Nährstoffe, überschüssiges Wasser rinnt ab. Das Substrat wird gut durchlüftet und locker.

Insgesamt ist es wichtig, dass das Kakteensubstrat, egal aus welchen Bestandteilen es gemischt wird, eine leicht saure bis neutrale Reaktion (PH 5 bis 7) hat. Nur sehr wenige Kakteen benötigen leicht alkalische Bodenreaktion (PH 8). Die meisten Kakteen überleben ständige alkalische Bodenreaktion nicht (z. B. Giessen mit kalkhaltigem Leitungswasser). Eine Untersuchung der Bodenreaktion ist daher für erfolgreiche Kakteenpflege unerlässlich. Dazu gibt es im Handel verschiedene Messgeräte (PH-Meter) für die Substrate, Indikatorpapier für das Gießwasser.
Wie schon gesagt, sind Kakteen so wie viele andere Pflanzen auch, kalkfeindlich, benötigen aber trotzdem das Element Kalzium für ihr Wachstum. Dieses Kalzium gibt man am besten in Form von Düngegips oder Rohgips dem Substrat bei. Keinesfalls darf man Löschkalk oder kohlensauren Kalk verwenden.


....Bewährte Erdmischungen

* ein Drittel Humuserde, Lehm und Torfmull - oder an Stelle dieser drei Bestandteile Einheitserde;
* ein Drittel grobem Sand, gegebenenfalls unter Zusatz von Splitt;
* ein Drittel Bimskies, Perlite, Lava- und vielleicht noch Ziegel- und Urgesteinsgrus.

Humuserde, Torfmull, Lehm, Einheitserde, Perlite, Bimskies, Lava-, Ziegel- und in einem gewissen Maße auch Urgesteinsgrus vermögen Wasser zu speichern, sie erhöhen dem­nach die wasserhaltende Kraft des Erdsubstrats. Sand und Splitt speichern kein Wasser.

Wir empfehlen besonders eine bewährte Fertig-Substratmischung, die Sie über unser Mitglied, die Gärtnerei Höller, beziehen können!

 

Lehm

Abb.4 Lehm

Torf

Abb.5 Torf

Sand

Abb.6 Sand

Bimskies

Abb.1 Bimskies

Quarzkies

Abb.2 Quarzkies

Lavalit

Abb.3 Lavalit

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